Eine hohe Behandlungsqualität steht im Mittelpunkt unseres Handelns. Täglich setzen wir uns dafür ein, eine Atmosphäre des Vertrauens zu schaffen – geprägt von Qualität, Menschlichkeit und Fürsorge. So möchten wir unseren Patientinnen und Patienten während ihres gesamten Aufenthalts Sicherheit und Zuversicht vermitteln.
Eine Wunde kann sich nach der Operation infizieren – was zu erneuten Krankenhausaufenthalten, weiteren medizinischen Abklärungen und damit zu Mehrkosten für das Gesundheitssystem führen kann. Die Häufigkeit solcher Infektionen ist deshalb ein Qualitätsindikator.
Seit 2009 werden in der Schweiz sogenannt postoperative Wundinfektionen erfasst und ausgewertet. Dies geschieht durch das Nationale Zentrum für Infektionsprävention Swissnoso. Für die Spitäler der Lindenhofgruppe ist diese Erfassung ein zentraler Baustein, um ihre Behandlungsqualität zu sichern und die Abläufe fortlaufend zu optimieren. Die gesammelten Daten helfen auf zwei Arten:
Bis Ende 2024 wurde jeweils von Oktober bis September des Folgejahrs gemessen. Ab 2026 entspricht die Messperiode dem Kalenderjahr. Entsprechend dauerte die dazwischenliegende Messperiode für das Jahr 2025 von Oktober 2024 bis Dezember 2025 und ist damit drei Monate länger als üblich. Die Daten liegen daher noch nicht vor.
Die Website «Messergebnisse Akutsomatik – ANQ» bietet Einsicht in die Resultate aller teilnehmenden Spitäler.
Grafik 1 zeigt die Infektionsraten nach Dickdarmoperationen.
Grafik 2 zeigt die Infektionsraten nach Rektumoperationen.
Grafik 3 zeigt die Infektionsraten nach Magenbypass-Operationen.
Grafik 4 zeigt die Infektionsraten nach einer Gebärmutterentfernung.
Grafik 5 zeigt die Infektionsraten bei Operationen an der Wirbelsäule. 2022 erlitten 0,8% der Patientinnen und Patienten eine Infektion der Wunde.
2023 und 2024 wurden bei Operationen an der Wirbelsäule mit Implantat in der Lindenhofgruppe keine Infektionen festgestellt.
Bis zum 30. September 2021 wurde das Auftreten von Infektionen jeweils über ein Jahr hinweg beobachtet. Seither liegt der Beobachtungszeitraum bei drei Monaten.
Grafik 6 zeigt die Infektionsraten bei Operationen an Hüftgelenken.
Bis zum 30. September 2021 wurde das Auftreten von Infektionen jeweils über ein Jahr hinweg beobachtet. Seither liegt der Beobachtungszeitraum bei drei Monaten. Ebenfalls bis zum 30. September 2021 wurden alle Infektionen gezählt, auch wenn nur die Naht infiziert war. Seither werden nur Infektionen gezählt, wenn die Prothese infiziert ist.
Grafik 7 zeigt die Infektionsraten bei Kniegelenkoperationen.
Bis zum 30. September 2021 wurde das Auftreten von Infektionen jeweils über ein Jahr hinweg beobachtet. Seither liegt der Beobachtungszeitraum bei drei Monaten. Ebenfalls bis zum 30. September 2021 wurden alle Infektionen gezählt, auch wenn nur die Naht infiziert war. Seither werden nur Infektionen gezählt, wenn die Prothese infiziert ist.
Diagnose Brustkrebs – was nun? In der Lindenhofgruppe werden Patientinnen umfassend begleitet. Gynäkologin dipl. med. Odett Haller sowie Breast Care Nurse Tania Stiefel erklären, weshalb sie Medizin, Pflege und Empathie als Einheit denken und welchen Unterschied das für die Patientinnen macht.
Sie gehören unterschiedlichen Professionen an. Wer übernimmt in der Begleitung von Brustkrebspatientinnen welche Rolle?
Haller: Als Medizinerin bin ich für Diagnostik, Fallführung, Operation und Nachbehandlung verantwortlich. Ich weise alle Patientinnen darauf hin, dass sie während des gesamten Prozesses die Unterstützung durch eine Breast Care Nurse beanspruchen können.
Stiefel: Ich begleite die Patientinnen, die dies wünschen, als Pflegeexpertin. Das heisst: Ich bereite sie auf praktischer und mentaler Ebene auf die Operation vor und stehe ihnen bei allen Fragen und Anliegen während ihres Spitalaufenthalts sowie auch danach zur Seite.
Können Sie an einem Beispiel zeigen, wie Sie zusammenarbeiten?
Haller: Nehmen wir eine Patientin mit Iatrophobie – also grosser Angst vor medizinischen Eingriffen. Wie unterstützt man sie, sich auf die Therapie einzulassen und die Termine wahrzunehmen? Das geht nur, indem man gezielt Vertrauen aufbaut und Ängste abbaut. Also durch Kommunikation. Diese Arbeit kann ich als Ärztin – allein aus zeitlichen Gründen – nur bis zu einem gewissen Grad leisten. Hier kommt die Breast Care Nurse ins Spiel.
Stiefel: Genau. Ich schaue mit der Patientin, was sie braucht, um ihre Ängste zu überwinden: ein spezielles Zimmersetting, die Anwesenheit einer Bezugsperson bis zur Narkose usw. Danach informiere ich die involvierten Abteilungen, damit sie alles vorbereiten. Vielen Patientinnen verschafft bereits das Wissen, dass sie beim Spitaleintritt auf eine Breast Care Nurse treffen, die sie während des Aufenthalts und danach begleitet, grosse Erleichterung.
Warum ist es wichtig, dass medizinische und pflegerische Expertise Hand in Hand gehen?
Haller: Ich plane zwar viel Zeit für meine Patientinnen ein, kann aber nicht alle Anliegen auffangen. Viele Fragen zum Ablauf der Therapie tauchen bei den Patientinnen erst nach der Konsultation auf. Dann ist es gut, wenn eine vertraute Person da ist, die Dinge ein zweites Mal erklärt oder Fragen aufnimmt und an mich weiterleitet.
Welche Rolle spielt Empathie in der Behandlung?
Haller: Manche Patientinnen lehnen Therapien ab – aus Angst oder weil sie der Komplementärmedizin mehr vertrauen als uns. In solchen Situationen geht es nur mit Empathie. Man muss den Patientinnen zuhören, ihre Bedenken ernst nehmen und ihnen aufzeigen, was aus der Forschung bekannt ist und weshalb wir ihnen ein bestimmtes Vorgehen empfehlen.
Wie tauschen Sie sich untereinander aus? Gibt es regelmässige Meetings?
Stiefel: Wir treffen uns jede Woche am Tumorboard. Dort besprechen Expertinnen und Experten aus Onkologie, Chirurgie, Radiologie und Pflege die aktuellen Fälle. Ich oder eine andere Breast Care Nurse sind bei jedem Tumorboard anwesend. Im Anschluss tauschen wir uns nach Bedarf per E-Mail oder Telefon aus.
Gibt es auch Konflikte in der Zusammenarbeit?
Stiefel: Konflikte gibt es nicht – aber Herausforderungen. Die Lindenhofgruppe kennt ein System mit Belegärztinnen und Belegärzten, was mir zuweilen den Zugang zu Informationen erschwert. Umso entscheidender ist die gute Zusammenarbeit zwischen der Ärzteschaft und der Breast Care Nurse. Bei Odett Haller kann ich jederzeit nachfragen.
Fühlen Sie sich manchmal im Sandwich zwischen Patientin und Ärztin?
Stiefel: Im Gegenteil – ich sehe mich als Bindeglied zwischen Patientin und Ärztin. Bei mir stellen Patientinnen oft Fragen, mit denen sie die Ärztin nicht «belästigen» wollen, die aber mit Blick auf die Therapie wichtig sind. Ich berate beispielsweise zum Umgang mit Beschwerden und Nebenwirkungen von Therapien, zu Hilfsmitteln bei körperlichen Veränderungen oder zu Herausforderungen im Familiensystem. Oder ich vermittle weitere Unterstützungsangebote.
Welche Rückmeldungen erhalten Sie von Patientinnen auf diese Zusammenarbeit?
Haller: Ich führe keine Statistik, erhalte aber individuelle Rückmeldungen. Viele Patientinnen sagen: «Ich spüre, dass alle am selben Strick ziehen.» Oder: «Der Kontakt zur Breast Care Nurse ist mir wichtig». Beides vermittelt ihnen ein Gefühl der Sicherheit.
Wo sehen Sie noch Verbesserungspotenzial?
Haller: Ich habe früher in einem Spital gearbeitet, da war die Breast Care Nurse bei der Diagnoseübermittlung anwesend. Ich fände es schön, wenn auch in der Lindenhofgruppe bei allen Patientinnen von Beginn weg eine Breast Care Nurse involviert wäre. Das würde sich vermutlich positiv auf die Behandlungsqualität auswirken.
Stiefel: Diese Idee unterstütze ich. Ein früher standardisierter Ablauf senkt die Hürde, die Begleitung durch eine Breast Care Nurse in Anspruch zu nehmen, und fördert den Aufbau einer Vertrauensbeziehung.
Tania Stiefel, Breast Care Nurse,
ist diplomierte Pflegefachfrau mit langjähriger Berufserfahrung und einer Master-of-Science-Weiterbildung als Advanced Practice Nurse (APN) mit Schwerpunkt auf die Betreuung von Menschen mit Brustkrebs. Mit den anderen Breast Care Nurses ist sie Teil des interprofessionellen Teams im Brustzentrum Bern. In dieser Rolle begleitet, unterstützt und berät sie Patientinnen mit Brustkrebs sowie ihre Angehörigen – sowohl fachlich als auch emotional.
Sie arbeitet eng mit den behandelnden Ärztinnen und Ärzten zusammen, um eine bestmögliche Betreuung sicherzustellen. Bereits vor einem Spitaleintritt besteht für Patientinnen die Möglichkeit, Kontakt zur Breast Care Nurse aufzunehmen.
Dipl. med. Odett Haller, Fachärztin Gynäkologie und Geburtshilfe,
ist Belegärztin und zertifizierte Brustchirurgin am Brustzentrum Bern der Lindenhofgruppe. Ihr fachlicher Schwerpunkt liegt in der Senologie, also der Abklärung, Diagnose und Behandlung von gut- und bösartigen Erkrankungen der Brust, insbesondere Brustkrebs. Dieser Bereich bildet den zentralen Fokus ihrer Tätigkeit am Brustzentrum Bern der Lindenhofgruppe.
Darüber hinaus umfasst ihr Tätigkeitsfeld auch gynäkologische Abklärungen sowie operative Eingriffe. Als Belegärztin ist sie zudem operativ tätig.
Das Onkologiezentrum Bern vereint stationäre und ambulante Einrichtungen der Lindenhofgruppe in einem eng verbundenen Netzwerk, in dem alle an der Krebsbehandlung beteiligten Fachpersonen interdisziplinär, interprofessionell und patientenorientiert zusammenarbeiten.
Zum Onkologiezentrum Bern gehören folgende Organzentren:
Alle Organzentren sind nach den Vorgaben der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) zertifiziert. Jedes Zentrum wird von einer ärztlichen Leitungsperson aus der jeweiligen Fachdisziplin geführt. Diese verantwortet die medizinische Qualität, die kontinuierliche Weiterentwicklung des Zentrums sowie dessen Vertretung nach aussen. Unterstützt wird sie durch eine Koordinatorin oder einen Koordinator.
Im Jahr 2024 wurden am Brustzentrum Bern gemäss der Statistik des Bundesamts für Gesundheit (BAG) insgesamt 668 brustchirurgische Eingriffe (Mammaresektionen und -plastiken) durchgeführt, davon 450 bei Patientinnen mit Brustkrebs.
Gemessen an den Fallzahlen ist das Brustzentrum Bern das zweitgrösste Zentrum der Schweiz.